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Regelverstoß, Missgeschick oder Irrtum?

Das Unterscheiden von Fehlerarten hilft beim Umgang damit!

Überall wird von Fehlerkultur gesprochen.

 

1. Gibt es überhaupt DEN Fehler?


Aus unserer Sicht: NEIN! Wir bei evers unterscheiden zwischen drei verschiedenen Arten von Fehlern:

Wir sprechen von einem Regelverstoß, wenn die im Unternehmen festgelegten und bekannten Standards, Vorgaben oder Leitlinien bewusst ignoriert oder fahrlässig missachtet wurden. Wenn zum Beispiel klar festgeschrieben wurde, dass an einer bestimmten Maschine eine Schutzbrille zu tragen ist, ist das Arbeiten ohne Schutzbrille an dieser Maschine ein solcher Regelverstoß. Bei derartigen, vorsätzlichen Verstößen, müssen für den Verursacher klare Konsequenzen folgen. Das Signal für den Betrieb ist: Regelverstöße werden nicht geduldet!

Bei einem Missgeschick wurden Vorgaben aus Versehen oder aus Unkenntnis unbewusst verletzt. Der Umgang mit dieser Art von Fehler muss demnach ein anderer als bei einem Regelverstoß sein.

Eine Analyse ist hier ausschlaggebend für die Folgewirkungen und Lösungen. Hat ein Maler die falsche Farbe angerührt, da er unaufmerksam war? Oder überarbeitet? Sind Arbeitsprozesse im Unternehmen zu kompliziert organisiert, also im Sinn von Fehlervermeidung eher hinderlich als förderlich? Oder lag die Ursache nicht am Mitarbeiter, sondern an der Mischmaschine, die schon lange nichtmehr gewartet wurde?

Jede der genannten Ursachen muss selbstverständlich auch andere Lösungen nach sich ziehen. Ein Missgeschick ist häufig peinlich. Es zu vertuschen, ist dennoch immer der falsche Weg. Dann entsteht kein Erkenntnisgewinn zur Vermeidung ähnlicher oder gleicher Missgeschicke.

Die dritte Fehlerart, die wir bei uns unterscheiden, ist der Irrtum. Dieser Fehler wird quasi bewusst unbewusst begangen. Manchmal muss etwas Neues versucht werden, es existieren keine Standards, der Lösungsweg ist unbekannt. Hier muss man damit rechnen, dass es mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit „daneben geht“. Der Irrtum entsteht in solchen Situationen häufig durch falsche Annahmen oder Fehlschlüsse.

Ähnlich wie bei einem Missgeschick müssen auch beim Irrtum die Ursachen analysiert werden. In diesem Fall sogar noch gründlicher, um zum Beispiel neue Arbeitsmethoden zu entwickeln.

Das Signal für den Betrieb ist: Missgeschicke und Irrtümer sind Ereignisse, deren großer Nutzen sich noch nicht zu unserem Vorteil ausgewirkt hat! (frei nach Peter Senge)

 


2. Warum diese Unterscheidung?


Beim Besuch der Fahrschule lernt ein Fahrschüler, dass der Regelverstoß „Alkohol am Steuer“ mit Führerscheinentzug bestraft wird. Er wird aber genauso gelehrt, nicht den am Straßenrand stehenden Baum anzustarren, wenn er mit dem Auto aus Versehen (Missgeschick) oder aufgrund falscher Annahmen (Irrtum) ins Schleudern gerät. Die Wahrscheinlichkeit, dass er gegen diesen Baum fährt, ist in diesem Fall nämlich sehr hoch.

Ähnlich verhält es sich mit Fehlern:

Werden Mitarbeiter für Regelverstoß nicht zur Rechenschaft gezogen, geht eine als wichtig und richtig anerkannter Standard Schritt für Schritt verloren. Immer mehr Betrunkene fahren Auto.

Werden Mitarbeiter für ein Missgeschick bestraft oder für einen Irrtum ausgelacht, setzen diese den Fokus verstärkt darauf, diese „Fehler“ unbedingt zu vermeiden. „Fehler“ (und Baum) werden fokussiert. Das Ergebnis ist bekannt.

Egal ob Regelverstoß, Missgeschick oder Irrtum. Ziel ist selbstverständlich immer, denselben „Fehler“ nicht zu wiederholen.

Dabei ist der entscheidende Punkt zur Fehlervermeidung Kommunikation.

Werden Aufgaben erteilt, sollten beide Parteien, also Auftraggeber und Auftragnehmer, gemeinsame Klarheit über das Ziel der Aufgabe und gegebenenfalls über die Schritte dorthin haben. Bei dieser Auftrags- und Erwartungsklärung sind beide Seiten für gelingende Kommunikation verantwortlich. Fast immer zahlt sich eine halbe Stunde mehr Abstimmung vorher mit mehreren Stunden weniger Fehlerbehebung hinterher aus.

 


3. Was hat das mit Kultur zu tun?


Unsere Kultur prägt unser Verhalten. Auch wie wir mit Fehlern umgehen. Viele von uns haben bereits erkannt, dass der alte Umgang mit Fehlern – diese waren generell schlecht und wurden bestraft – nicht zu guten Lösungen führt. Vielen von uns fällt es dennoch schwer, sich anders zu verhalten.

Dies ist der Grund, warum wir bei evers in unserem Unternehmensleitbild die Handlungsmaxime „Wir suchen nach Lösungen, nicht nach Schuldigen“ festgelegt haben. Wir haben uns damit eine eigene, gemeinsam als sinnvoll anerkannte Regel gesetzt, deren bewusste Verletzung bestraft wird. Und bei der Missgeschicke und Irrtümer zu Erkenntnisgewinn und Verbesserung beitragen.

Das Thema „Fehlerkultur“ ist sehr vielschichtig und hat viele Anknüpfungspunkte zum konkreten Arbeitsalltag. Zum einen für interne Prozesse aber natürlich besonders im Umgang mit und bei dem Kunden.

Auch die Schlüterschen Verlagsgesellschaft mbH & Co.KG hat das Thema auf ihrer Webseite aufgegriffen und den Geschäftsführer der evers Arbeitsschutz GmbH, Herrn Dr. Ulrich Schenk, dazu befragt.

Den vollständigen Artikel finden Sie unter https://www.handwerk.com/bei-fehlern-hilft-nur-die-flucht-nach-vorn.

 


 Bildquelle: Image by Tumisu from Pixabay

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